Die Macht

Ich renne.
Renne so schnell es meine tauben Beine erlauben.
Vorbei an gräulichen Betonmassen, die beinahe traumartig an mir vorüber fließen.
Durch dunkle Gassen renne ich, hinter mir die Macht, welche alles gnadenlos mit sich vereint. Ein gigantisches schwarzes Loch. Unberechenbar, alles verschlingend.
Häuser, Straßen, Menschen - wie ich, panisch flüchtend - grotesk verformt, werden Teil der unerbittlichen Macht.
Aus dem Nichts geboren und in das Nichts zerrt sie uns. Keine Möglichkeit ihr zu entfliehen.
Angst.
Ich renne.
Will der Macht entkommen, die so bedenkenlos das Leben aufsaugt.
Doch jeglicher Widerstand ist zwecklos. Sie überrollt die ganze Stadt, das ganze Land, vielleicht gar die ganze Welt.
Das Bekannte weicht dem Unbekannten.
Ich renne.
Bald schon hat sie mich erreicht, reißt die Häuserreihen hinter mir nieder und schluckt mich im Ganzen.

Nichts.
Der Lärm des Chaos weicht einer sorglosen Stille.
Ich fürchte mich nicht länger.
Wissen durchfährt meinen Geist.
Gedanken und Glaube weichen.
Wovor fürchtete ich mich?

"