Artenarroganz


Autor: Benjamin Helbig


Verängstigt kauert es in der Ecke. Gepeinigt, geschlagen.
Die Augen glasig, der Körper geschunden, die Seele in Stücke gerissen.
Nichts lassen sie dem kleinen, armen Wesen in der Ecke.
Sie lachen und erfreuen sich an ihrem Tun. Sie sind sich Ihrer nicht bewusst, wissen nicht um das Leben, um die Einheit, die sie mit jenem Wesen verbindet.
Es wollte doch nur leben, wollte nur glücklich sein. Wie wir.
Vielleicht kommen sie nie zu dieser Einsicht, vielleicht ist ihr Horizont zu begrenzt, um zu begreifen. Doch dies ändert nichts an der Tatsache, nicht im Geringsten.
Sie arbeiten nach gesellschaftlichen Maßstäben.
Wer gibt den Auftrag, den sie ausführen? Unbewusst, ungesehen, versteckt, hinter Wänden aus Blut und Leid.
Es ist ja nicht wie wir, kann sich nicht wehren, kann sich nicht verständlich machen, kann nicht zum Ausdruck bringen, wie gern es leben und lieben würde.
Es ist ja nur ein Tier... nur ein Tier...

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